Feed auf
Postings
Poker © Oliver Haja / PIXELIO

Poker © Oliver Haja / PIXELIO

Der Schock sitzt noch immer tief. Der brutale Raubüberfall auf die European Poker Tour in Berlin letztes Wochenende kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel über die internationale Pokergemeinde.

Nach dem, von vielen Pokerspielern kritisiertem, Organisationschaos in Dortmund verlegte die EPT das Turnier nach Berlin. Im Vorfeld schien alles perfekt zu laufen. Der Auftritt von Promis wie Boris Becker oder Charlotte Roche brachte zusätzliche Aufmerksamkeit in den Medien und alle freuten sich auf ein großes Turnier.

Am Samstag um ca. 14.00 Uhr trafen die ersten Nachrichten über eine angebliche Rauferei in Berlin ein. Was zunächst niemand wirklich ernst nahm entwickelte sich in den nächsten Minuten zu einem wahren Krimi. Da war plötzlich die Rede von einem Überfall, einem Amoklauf und Massenpanik. Der Liveblog vom Veranstalter Pokerstars übertrug das Chaos live ins Internet, die ersten Videos des Poker Raubs waren blitzschnell auf YouTube zu sehen. Wie sich in den nächsten Stunden herausstellen sollte gab es beinahe jedes Detail des Überfalls auf Video bald danach im Netz zu sehen.

Auch wenn das Turnier schon drei Stunden später fortgesetzt werden konnte bleibt doch die Frage bestehen, welche Auswirkungen hat dieser Gewaltausbruch auf das Image von Poker in Öffentlichkeit und insbesondere auf Poker Interessierte?

In Mitten der Diskussion um die Liberalisierung von Poker nutzten die Boulevardmedien die Gelegenheit um ein Beinaheblutbad herbeizuschreiben. Da war die Rede von Bomben, Maschinenpistolen und Amoklauf. Mangelnde Sicherheitsvorkehrungen und fahrlässiger Umgang mit Bargeld sorgten in vielen Foren für hämische Kommentare. Zweifellos hat Poker in Berlin einen gewaltigen Imageschaden erlitten. Die jahrelange Aufbauarbeit einer hochprofessionellen Industrie scheint dahin zu sein.

Es liegt nun an den Organisatoren das öffentliche Bild von Poker wieder gerade zu rücken. Pokerprofis wie der Österreicher Erich Kollmann schlagen zukünftig eine bargeldlose Abwicklung bei Turnieren vor. Der internationale Turnierdirektor Thomas Lamatsch wünscht sich Kameras, Alarmsysteme direkt zur Exekutive und Polizeischutz während der Registrierung.

All das wären Maßnahmen um den Schutz von Spielern und Zuschauern zukünftig zu verbessern. Eines ist jedoch klar: Kriminelle Machenschaften kann man auch mit den besten Sicherheitsvorkehrungen nie vollständig unterbinden.

Photo powered by: PIXELIO

Ähnliche Artikel:

  1. Poker Kolumne: Wird Poker olympisch?
  2. Poker Kolumne: Zu hoch gepokert?
  3. Poker Kolumne: Poker sorgt für Bewegung
  4. Poker Kolumne: Ein Sturm kommt auf
  5. Poker Kolumne: Goldgräberstimmung

Kommentar abgeben