Die Novelle zum österreichischen Glücksspielgesetz hat sich offenbar den Nikolaus zum Vorbild genommen. Jeder der brav war bekommt auch etwas vom Staat.
Zwar verlieren die Casinos Austria ihr Monopol, erhalten aber im Gegenzug Steuererleichterungen. Die Novomatic, der österreichische Produzent und Betreiber von Glücksspielautomaten eine umfassende und detaillierte Neuregelung des Automatenglücksspiels, sowie die Möglichkeit eine Casinolizenz zu erwerben. Die Republik Österreich und seine Bundesländer dürfen sich über höhere Steuereinnahmen freuen. Die Sportförderung profitiert finanziell ebenso wie die Suchtberatung, die mit der zentralen Vernetzung der Automaten und verstärkten Kontrolle weitere zentrale Forderungen erfüllt sieht.
Doch halt, einen Verlierer gibt es doch: Die Pokercasinos bekommen Besuch vom Krampus. Zwar sieht das Gesetz zukünftig die Vergabe einer Konzession für einen Pokersalon vor, allerdings nur für einen einzigen! Da im Gesetz auch die Casinolizenzen an einen Standort gebunden sind, ist davon auszugehen, dass dies auch für den Pokersalon gilt. Immerhin hat sich der Gesetzgeber ausführlich mit dem Thema beschäftigt.
In der 13seitigen Gesetzesnovelle umfasst der Poker Paragraph unglaubliche 4 Zeilen. Damit die hunderten Arbeitsplätze nicht von heute auf morgen vernichtet werden, gibt es eine Übergangsbestimmung bis zum 31.12.2012, dann ist endgültig Schluss mit all den lästigen privaten Betreibern. Sollte sich jedoch trotzdem jemand für die österreichweit einzige Konzession bewerben, dann muss er ein Grundkapital von € 5,0 Mio. einbringen. Das dürfte dann wohl auch den letzten österreichischen Interessenten abschrecken.
Die jahrelange Vorarbeit der privaten Pokercasino Betreiber macht sich jetzt bezahlt. Sie werden gnadenlos aus dem vom ihnen entwickelten Markt gedrängt, die Früchte werden jetzt andere ernten.
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