Die beiden schwedischen Bestseller Autoren Henning Mankell und Stieg Larsson skizzieren in ihren Romanen einen korrupten und skandalgeschüttelten Staatsappart. Jetzt holt in Schweden die Realität die Fiktion ein.
Man kennt das ja. Korrupte Polizisten und scheinheilige Politiker mit Nazivergangenheit schützen Mörder mit Kontakten zum Rotlichtmilieu. Was in den zugegebenermaßen atemberaubend spannenden Romanen der schwedischen Bestsellerautoren manchmal doch etwas übertrieben erscheint, wirkt angesichts der aktuellen Enthüllungen in Schweden geradezu puristisch erdacht.
Göran Lindberg war von 1989 bis 1997 Chef der Polizeiakademie von Schweden und stieg 1997 zum Polizeichef von Uppsala auf. Er setzte sich öffentlich für Frauenrechte und Moral ein und kämpfte aktiv gegen Sexualdelikte und Frauenhandel. Dieses Bild des Vorzeigecops wurde nach seiner Verhaftung Ende Jänner geradezu zertrümmert, Schweden steht unter Schock.
Die Vorwürfe: Vergewaltigung von 9 Frauen, sexuelle Übergriffe gegen Minderjährige, Zuhälterei und Vermittlung von Sex mit Minderjährigen. Nach dem mysteriösen Tod eines 60 jährigen Mannes wurde Lindberg von der Polizei überwacht, bei einem geplanten Rendevouz mit einer 14jährigen wurde er bei einer Tankstelle verhaftet. Der über die Grenzen Schwedens hinaus bekannte Ex-Polizeichef hielt Vorträge bei der UNO und engagierte sich für jugendliche Opfer sexueller Gewalt.
Lindberg führte offenbar ein Doppelleben, das selbst die fantasiebegabtesten Leser schwedischer Krimis als absurd abgetan hätten.
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