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Poker Kolumne: Alles ist möglich

Poker © Oliver Haja / PIXELIO

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Das man mit effizienten Lobbying als Unternehmer einiges erreichen kann, ist dieser Tage ja in umfangreichen Artikeln in den politischen Medien nachzulesen. Ein Lehrbeispiel sondergleichen haben die Casinos Austria offenbar im Jahre 2006 abgeliefert. Das Magazin „Format“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe von einer Zahlung in Höhe von € 300.000 (inkl. Umsatzsteuer) an die Orange Werbeagentur GmbH für die Erstellung eines Gutachtens mit dem Titel „Online Glücksspiel und Responsible Gaming – Analyse, Vergleich, Perspektiven“.

Die Werbeagentur befindet sich im Besitz des BZÖ, jener Partei, die Jörg Haider nach seinem Zerwürfnis mit einem Teil der FPÖ gründete. Das Gutachten umfasste gewaltige 10 Seiten und strotzt laut Format nur so vor Plattitüden. Martin Himmelbauer, Pressesprecher der Casinos Austria und Lotterien hat den Auftrag, bzw. die Zahlung in der Zwischenzeit bestätigt.

Doch blenden wir zunächst ins Jahr 2006 zurück. Der damalige Finanzminister Karl Heinz Grasser plante die Liberalisierung des österreichischen Glücksspielrechts und wollte die Abschaffung des Glücksspielmonopols der Casinos Austria in einer Blitzaktion durch das Parlament bringen. Zur großen Überraschung der Öffentlichkeit wurde die Revolution kurz vor dem Start von den beiden Regierungspartnern wieder abgeblasen. Das Thema sei zwar wichtig und sinnvoll, doch die Gespräche werden auf einen Zeitpunkt nach der Nationalratswahl verschoben.

Mit dem heutigen Wissen erscheint die Stornierung der Gesetzesnovelle in völlig neuem Licht. Die € 300.000 waren für die Casinos Austria gut investiertes Geld, immerhin konnte die Abschaffung des Glücksspielmonopols um vier Jahre hinausgezögert und die Märkte geschützt werden.

Lobbyismus ist nicht nur in den USA längst Bestandteil der täglichen Arbeit von Unternehmen und Interessensvertretungen. Der Hinweis auf die tollen Beratungsleistungen von Orange ist jedoch überflüssig. Ein Abo der Glücksspielstudie der Spezialisten Kreutzer, Fischer und Partner kostet derzeit € 4.620,- pro Jahr, also nicht einmal 2 % der an Orange bezahlten Summe.

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